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Kann bereits vor Schulbeginn festgestellt werden, ob ein Kind eine Legasthenie entwickelt?

Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die die Aufmerksamkeit von Eltern und Erziehern bzw. Erzieherinnen auf die Schriftsprachentwicklung des Kindes lenken sollten. Es ist allerdings nicht möglich, bereits vorschulisch eine Legasthenie zu diagnostizieren oder zu behandeln.

Zu den vorschulischen Auffälligkeiten zählen insbesondere Schwierigkeiten im Bereich der Sprache wie z. B. ein verzögerter Sprechbeginn oder Schwierigkeiten beim Sprachverständnis und beim Sprechen. Diese Probleme können auf sehr unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden, z. B. auf Störungen der Sprachwahrnehmung oder auf chronische Mittelohrentzündungen.

Weitere Auffälligkeiten bei vier- bis sechsjähigen Vorschulkindern können z. B. Schwierigkeiten beim Erkennen von Reimen und Silben sein.

Wieder andere Faktoren sind zu unspezifisch, um als Risikofaktoren für die Entwicklung eines gestörten Schriftspracherwerbs herangezogen zu werden. Hierzu gehören z. B. eine verzögerte motorische Entwicklung oder Schwächen in der motorischen Koordination, obwohl diese zusammen mit einer Legasthenie auftreten können.

Von Jansen und Mitarbeitern (2002) wurde ein vorschulisches Screening-Programm entwickelt – das Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (BISC) – mit dem Ziel, Risikokinder bereits im Kindergarten zu identifizieren. Die ersten Ergebnisse mit diesem Testverfahren zeigen, dass damit eine recht gute Vorhersage der Lese- und Rechtschreibentwicklung in den ersten Grundschulklassen möglich ist.

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